Planspiel zur Asylpolitik der EU

Aktuelles

Freitag, 17. November 2017 - 8:00
Mittwoch, 15. November 2017 - 14:00
Samstag, 11. November 2017 - 15:00
Dienstag, 17. Oktober 2017 - 8:00

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Planspiel zur Asylpolitik der EU

Zur Anmeldung

 

Evangelische Landeskirche, Sparkasse Harburg-Buxtehuder und Europe Direct ermöglichen Planspiel am Gymnasium Meckelfeld.

 

Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Gymnasiums Meckelfeld  verwandeln ihre Klassenräume für einen Tag lang in die Sitzungssäle der Brüssler EU.

 

Politik ist Verhandlungssache: Wer bekommt was? Und wie viel? Es gilt, widerstreitende Interessen zu vereinen und Entscheidungen über die Verteilung von Geld, Macht, Sicherheit, Autonomie usw. zu treffen. Wer selbst einmal mitverhandelt hat, durchschaut die Gründe für das Gelingen oder das Scheitern von Verhandlungen bzw. der Beilegung von Konflikten besser.

 

Eine spielerische Variante, die politischen Dynamiken hinter Konflikten und Verhandlungen zu verstehen, ist diese zu simulieren. Genau darum geht es in diesem Planspiel, das Planpolitik für Schulen und Studentengruppen entwickelt hat. Im Streit um die neue Asyl-Richtlinie der EU übernehmen die Zehntklässler für einen ganzen Tag die Rolle der Brüssler Politiker in den Institutionen und Interessengruppen ganz förmlich in Debatten und informell beim Pausenbrot in der „Lobby“, zu dem das  Schulforum dann wird.

 

Insgesamt 332000 Menschen haben laut Pressemeldungen im vergangenen Jahr in der Europäischen Union Asyl beantragt. Das ist zwar kein Vergleich zu den Zahlen Anfang der neunziger Jahre, als allein in der Bundesrepublik mehr Flüchtlinge Schutz beantragten, doch der Trend ist steigend: Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von gut zehn Prozent. Die Statistik zeigt auch, dass die Verteilung weiter ungleich ist. In absoluten Zahlen verzeichnet der größte Mitgliedstaat Deutschland zwar auch die meisten Bewerber, nämlich 77500. Relativ zur Einwohnerzahl aber müssen sich Länder wie Malta, Schweden, Luxemburg und Belgien viel stärker um die Flüchtlinge kümmern.

 

Soll es weiterhin gemäß  Dubliner Verfahren so sein, dass für ein Asylverfahren derjenige EU-Staat zuständig ist, dessen Territorium ein Bewerber zuerst betreten hat? Was soll passieren, wenn Staaten die Schutzsuchenden unmenschlich behandeln? Eine einheitliche Liste sicherer Drittstaaten zu definieren, in die ohne weitere Prüfung abgeschoben werden darf, steht immer noch nicht. Aber welche Staaten sind sicher?

 

Wie lange darf ein Asylverfahren dauern?  Gegenwärtig liegt der Durchschnitt bei zwei bis drei Jahren. Vor allem aber will die Bundesregierung hier die sogenannte Flughafenregelung erhalten, welche die Anträge der Flüchtlinge im Schnellverfahren abarbeitet. Deutschland hatte sich in den Verhandlungen unter Hinweis auf eine Missbrauchsgefahr lange geweigert, unbegleiteten Minderjährigen oder Folteropfern zusätzliche Fristen und Anhörungsmöglichkeiten zu gewähren. Die Kritik daran ist scharf.

 

Das Planspiel Europäische Asylpolitik Spiel behandelt Kernthemen der Asylpolitik auf europäischer Ebene. Die Kommission schlägt eine Verordnung vor: Die innereuropäische Lasten- und Kostenteilung, das Dublin-II-Abkommen und die Zusammenarbeit mit den nordafrikanischen Mittelmeeranrainern sind neu zu regeln. Parlament und Ministerrat beraten im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens (OGV) über die Verordnung. Die Teilnehmenden erhalten vertieften Einblick in die Asyl- und Flüchtlingsproblematik. Auch aktuelle Auswirkungen des Arabischen Frühlings werden aufgegriffen. Sie erleben die divergierenden Interessen der relevanten politischen Akteure, die eine Einigung schwierig machen. Beinahe nebenbei lernen die Schüler eine Menge über die EU, ihre Institutionen und Verfahren.

 

 A. Reiche